Voll in die Pedale

ZDF reportage 19.01.14 - Der harte Job der Fahrradkuriere

Sie kämpfen sich tagtäglich durch die Innenstädte, trotzen Wind und Wetter, stehen immer unter Zeitdruck und laufen Gefahr, von Autofahrern übersehen zu werden.
Fahrradkuriere transportieren vieles, das nicht per Post geschickt werden soll oder kann - besonders alles, was besonders schnell gehen muss: millionenschwere Verträge, eine Schüssel Salat für die Geburtstagsfeier, Champagnerflaschen, eilige Gewebeproben für ein Krankenhaus, sündhaft teure Uhren, die auf die Schnelle eine Gravur erhalten sollen.

In Berlin sind gut 300 Kuriere auf zwei Rädern unterwegs - im Schnitt legen sie am Tag zirka 100 bis 150 Kilometer zurück, im Jahr summiert sich das auf etwa 24 000 Kilometer.
Es ist ein Knochenjob, denn auf den Straßen der Hauptstadt herrscht dichtes Gedränge, und im Zweifel ziehen die Fahrradkuriere den Kürzeren. Doch nur wer schnell ist, ergattert den nächsten Auftrag - und die Konkurrenz ist groß.
Die meisten arbeiten frei als Subunternehmer für Kurierdienste, werden für zurückgelegte Kilometer bezahlt. Die Kosten für Ordnungswidrigkeiten sind in den Kilometerpauschalen der Kuriere fest eingeplant. Weil viele sich wegen des Zeitrucks nicht an die Regeln halten, macht die Polizei inzwischen Jagd auf die Verkehrssünder auf zwei Rädern.

Die "ZDF.reportage" begleitet Fahrradkuriere auf ihrer täglichen Jagd durch Berlin:

Lisa Buckel, 29 Jahre, ist seit einem Jahr dabei. Nach Jobs in einer Druckerei, Bank und Arztpraxis genießt sie jetzt die Freiheit als rasende Kurierin.

Christian Meier, 31, hetzt seit drei Jahren durch die Hauptstadt. "Der Job ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch mental. Man muss auf den Verkehr achten, Routen planen, Touren abgreifen."

Der dritte im Bunde ist Martin Hollmann. Der 46-jährige ist der Chef der Kurierfirma "spinning wheelz". Er ist mit Leidenschaft Fahrradkurier und hat sich deshalb in dem Metier selbstständig gemacht.

Eine Reportage über moderne Asphaltcowboys, über Träume von Freiheit und Tempo sowie über Ängste vor Unfällen und Verletzungen.  

Film von Almut Faass

Bewertung: 5 / 5

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